FDP zieht Unterstützung für Disziplinarverfahren zurück

17. Februar 2020

Die Großkrotzenburger FDP-Fraktion hat ihre Unterstützung für das von den Krotzebojer Grünen initiierte Disziplinarverfahren gegen Bürgermeister Thorsten Bauroth zurückgezogen. „Unser Koalitionspartner hat entgegen unserer verbindlichen Absprachen Fakten genannt, die einen Mitarbeiter der Gemeinde mit dem Verfahren in Verbindung bringen. Ziel des Verfahrens darf unserer Überzeugung nach ausschließlich der Bürgermeister sein; gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben die politisch Handelnden einen Schutzauftrag“, begründet der Fraktionsvorsitzende Daniel Protzmann die Entscheidung der Freien Demokraten.

Es sei Tatsache, dass in Großkrotzenburg Beschlüsse der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstandes nicht oder nur sehr verspätet umgesetzt würden. Dies hätten alle Fraktionen zuletzt Ende Januar beim Beschluss des Haushaltes bemängelt. „Die Verantwortung dafür trägt allein Bürgermeister Thorsten Bauroth. Er ist Verwaltungsleiter und muss sicherstellen, dass die Entscheidungen der politischen Gremien umgesetzt werden“, stellt Protzmann für seine Fraktion fest. Wenn es in Großkrotzenburg endlich wieder vorangehen solle, müsse Bauroth dafür sorgen, dass die Projekte der Gemeinde vorangebracht und nicht verschleppt würden.

Protzmann kritisiert, dass im Rahmen des Disziplinarverfahrens auch ein Mitarbeiter der Gemeinde in den Blickpunkt gerückt wird. „Die FDP-Fraktion bedauert den Vorgang sehr und wir entschuldigen uns in aller Form bei dem Betroffenen“, so der FDP-Mann. Der Mitarbeiter dürfe nicht verantwortlich dafür gemacht werden, wenn der Bürgermeister gegen Beschlüsse verstoße. Zudem schade dieser Fehler auch dem Disziplinarverfahren, weil er vom eigentlichen Problem ablenke. Abschließend rufen die Freien Demokraten Bürgermeister Thorsten Bauroth auf, endlich mit der Arbeit zu beginnen und die Beschlüsse der politischen Gremien umzusetzen. „Es wäre das Beste für die Gemeinde, wenn unser Bürgermeister seine Blockadehaltung endlich aufgeben würde und die Gemeinde endlich gut gestaltet statt schlecht verwaltet wird“, so Protzmann abschließend.